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Wilhelmy, Herbert: Kartographie in Stichworten

Dies ist ein second-hand Artikel

  Wilhelmy, Herbert: Kartographie in Stichworten. Bandausgabe. Hirts Stichwortbücher
  Preis: 2,95 €

Gebraucht, Befriedigender Zustand,
Hardcover, (388) S.
Hirt, 1966
ISBN: o.A.
Lieferbarkeit: vergriffen

Land: Deutschland; Epoche: 68er
Lieferzeit: 3-5 Tage

Sokrates-Verkaufsrang: 4226

Auszug aus der Einleitung:
GEODÄSIE - KARTOGRAPHIE - GEOGRAPHIE
Aufgabe der Geodäsie ist die Erdmessung, der Kartographie die Erdabbildung, Aufgabe der Geographie die wissenschaftlich-erklärende und deutende Erdbeschreibung. Gemeinsames Forschungsobjekt: die Erdoberfläche.
Theoretische Kartographie ist chorologische Wissenschaft der Abbildung der Erdoberfläche und ihrer dinglichen Erfüllung; sie überblickt Gesamtheit kartographischen Schaffens nach Wesen, Aufgaben und Zweck. Bedeutendster Vertreter der theoretischen Kartographie in Deutschland: MAX ECKERT (1868-1938).
Praktische Kartographie (Kartentechnik) hat nach mathematischen Gesetzen, konventionellen Regeln und technischen Möglichkeiten Ergebnisse der Kartenaufnahme zum Kartenbild zusammenzufügen.
Auswahl darzustellender Erscheinungen abhängig von Zweck und Maßstab (topographische Spezialkarte, Übersichtskarte, Atlasblatt, Siedlungskarte, Wirtschaftskarte usw.). Je kleiner der Maßstab, desto strengere Auswahl des Darzustellenden. Vereinfachung (Generalisierung) hebt Wesentliches hervor, scheidet Unwesentliches aus.
Kartographie und Geodäsie berühren und überschneiden sich in weiten Bereichen. Geodäsie liefert Ausgangsmaterial für Kartographie, Kartographie macht geodätische Arbeit erst fruchtbar und sichtbar.
Kartographie ebenso eng der Geographie verbunden: Karte ist exaktes Darstellungsmittel geographischer Sachverhalte und wichtiges Forschungsmittel der geographischen Wissenschaft.
Besser als gesprochenes oder geschriebenesWort wird Karte chorologischem (raumwissenschaftlichem) Charakter der Geographie gerecht. Dingliche Erfüllung des Raumes, das Nebeneinander der Erscheinungen, muß durch Worte nach sachlichen Kategorien gegliedert und geordnet werden (Lage, Grenzen, Relief, Gewässernetz, Siedlungen, Verkehrswege usw.). Innerhalb dieser stofflichen Ordnung lassen sich Einzelerscheinungen nur nacheinander beschreiben.
Karte dagegen bildet getreu das Nebeneinander der Natur auch nebeneinander ab. Die drei Dimensionen brauchen nicht wie bei sprachlicher Darstellung auf Textzeilen „projiziert" zu werden, sondern können in zwei Dimensionen wahrheitsgetreu, d.h. in unverfälschter Wiedergabe aller Lagebeziehungen der geographischen Erscheinungen, dargestellt werden.
Auch dritte Dimension (Relief) läßt sich auf zeichnerischem Wege veranschaulichen (Höhenschichtcn, Farbenplastik usw.). Fülle des Dargestellten erfordert Legende, d.h. knappe Erläuterung der verwendeten Zeichen, Symbole und Abkürzungen. Zuverlässigkeitsdiagramme weisen gegebenenfalls auf Grad der Sicherheit der Kartenzeichnung und auf Zweifel hin.
Topographische Karten sind Dokumente von Erkundungsergebnissen, die
im Gelände beobachtet, vermessen und lagerichtig kartiert worden sind. Sie vermitteln schnell Verständnis für Ganzheit eines Landes oder Erdteils. Fülle wiedergegebener Einzeltatsachen macht topographische Karte zu umfassender Materialsammlung für Landesforschung.
Topographische Karten ermöglichen zugleich schnelle Erfassung bestimmter Tatsachen nach Art, Verbreitung, Häufigkeit und Größenordnung, geben auf engem Raum Einblick in örtliche Verhältnisse und in weiträumige Zusammenhänge.
Lagerichtige Darstellung örtlicher Erscheinungen läßt Raumbeziehungen einzelner Objekte untereinander und damit deren Wechselbeziehungen erkennen. Durch Vergleich (Relief - Vegetation - Gewässernetz - Siedlungen) Erschließung kausaler Zusammenhänge und wichtiger geographischer Erkenntnisse.
Topographische Karten daher unentbehrliches Forschungsmittel der Geographie. Auswertung führt zu allgemein-geographischen Begriffen und Schlüssen in größerem Rahmen.
Bekanntestes Beispiel gab O. PESCHEL in seinem Werk „Neue Probleme der vergleichenden Erdkunde" (Leipzig 1870): Begründung der vergleichenden Geomorphologie auf kartographischer Grundlage (Fjordtheorie). Ahnliche Untersuchungen später von CREDNER (Deltas) und WEULE (Küstenformen).
Schließlich ist Karte Grundlage für Kartierung geographischer Beobachtungen, damit wichtiges Arbeitsmittel.
Kartographische Abstraktion oder Fiktion ist die Methode, um rechnerisch gewonnene Werte als Ausdruck verschiedenartiger, nicht unmittelbar im Landschaftsbild sichtbarer Erscheinungen oder Zustände darzustellen.
Karten mit Linien gleicher Zahlenwerte (z. B. Isohypsen, Isothermen, Isobaren, Isohyeten, Isochronen), Bevölkerungsdichtekarten, Wirtschafts- und Verkehrskarten sind kein Abbild der Natur; gehören zur Gruppe der thematischen Karten.
Diese nur dann von wissenschaftlichem Wert, wenn einwandfreie Interpretation statistischer Werte und Situationstreue gewährleistet sind.
Lesbarkeit und Übersichtlichkeit zwingen bei jeder topographischen oder thematischen Karte zu strenger Stoffauswahl (Sonderling). Keine technische Möglichkeit, Gesamtheit des geographischen Wissens über einen Erdraum auf relativ kleinem Kartenausschnitt - auch bei Verwendung vielsagender Symbole - wiederzugeben.
Bereits Verwendung zweier Flächenfarben zum Ausdruck verschiedener, auf denselben Raum bezogener Tatsachen schwierig. Daher fast immer Beschränkung auf gesonderte Darstellung topographischer, geologischer, morphologischer, klimatologischer, biogeographischer u.a. Erscheinungen innerhalb gleicher Raumeinheiten. Kartographische Darstellung in diesem Sinne ist analytisch.
Drei Arten von Sonderungen:
1. Sachliche oder stoffliche Sonderung: Darstellung beschränkt sich auf eine Erscheinung, z.B. bestimmte Geländeformen, Siedlungstypen, wirtschaftliche Erzeugnisse usw.
2. Räumliche Sonderung: Darstellung beschränkt sich auf bestimmten Erdteil, einzelnes Land, eine Landschaft, eine Gemeinde.
3. Zeitliche Sonderung: Viele Karten haben nur zeitlich begrenzte Richtigkeit, da sich zahlreiche kartographisch darstellbare Erscheinungen beständig ändern (Siedlungspläne, Wirtschaftskarten, politische Karten, Wetterkarten u.a.).
Beispiel für Sonderung: Karte des Weinbaus in Württemberg um 1900 veranschaulicht alle drei Arten der Sonderung:
stofflich: Wirtschaftskarte, hier Weinbau;
räumlich: Darstellung auf Württemberg beschränkt;
zeitlich: Anbauflächen gelten für Zeit um 1900.
Kartographische Darstellung muß wie geographische Forschung von Analyse zur Synthese führen. Dingliche Erfüllung einer Landschaft nur im Zusammenwirken aller Raumfaktoren verständlich. Spezielle Wirtschaftsform ebenso von Boden-, Wasser- und Klimaverhältnissen bestimmt wie von Bevölkerungs- und Sozialstruktur oder kulturellen, geschichtlichen und politischen Faktoren.
Vorstellung des räumlichen Zusammenwirkens der einzelnen Geofaktoren jedoch durch Vielzahl der Karten erschwert, daher in thematischen Karten sinnvolle Kombinationen anzustreben (z. B. geologischer Aufdruck auf topographischer Karte, morphologischer Aufdruck auf geologischer Karte usw.).
Aus methodischen und sachlichen Gründen daher unmöglich, Kartographie aus enger Verbindung mit Geographie zu lösen, denn je nach der einer Karte gestellten Aufgabe zwingt Forderung nach exakter Darstellung zur Überprüfung des diesen Bereich betreffenden geographischen Wissens.
Umgekehrt hat die geographische Wissenschaft zu prüfen, ob Karte auch das veranschaulicht, was dem Kenntnisstand entspricht.
Damit ist geographische Wissenschaft berechtigt und verpflichtet, Vollständigkeit und Zweckmäßigkeit kartographischer Wiedergabe geographischer Sachverhalte zu beurteilen. Erarbeitung topographischer Karten zwar heute nicht mehr Aufgabe der Geographie, thematische Karten jedoch vorwiegend Ergebnisse geographischer Forschung. [...]

Zustandsbeschreibung:
OHLn., Einband gebräunt, Besitzerstempel auf Vorsatz, Seiten leicht gebräunt, ansonsten gute Erhaltung.

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