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[Briefe] o.A.: Konvolut: Über 50 Kriegsbriefe Feldpost Ostfront

Konvolut mit über 50 Kriegsbriefen (ganz überwiegend Feldpost) vom 22.08.1940 bis 26.09.1942 von einem Soldaten (Sanitätswagen-Fahrer) an der Ostfront (nahe Smolensk) an seine Freundin in Berlin-Pankow - Unternehmen Barbarossa.   [Briefe] o.A.: Konvolut: Über 50 Kriegsbriefe Feldpost Ostfront. Smolensk nach Berlin - Unternehmen Barbarossa
  Preis: 104,95 €

Befriedigender Zustand,
Karte, ~50 S.
o.V., ~1941
ISBN: o.A.
Lieferbarkeit: vergriffen

Land: Deutschland; Epoche: Drittes Reich
Lieferzeit: 3-5 Tage

Sokrates-Verkaufsrang: 15663

Konvolut mit über 50 Kriegsbriefen (ganz überwiegend Feldpost) vom 22.08.1940 bis 26.09.1942 von einem Soldaten (Sanitätswagen-Fahrer) an der Ostfront (nahe Smolensk) an seine Freundin/Verlobte in Berlin-Pankow - hautnahe Erlebnisberichte eines Angehörigen der Heeresgruppe Mitte zur Anfangszeit des Unternehmens Barbarossa.
Einige Briefe darunter von der Frau an den Soldaten an der Front.
Besonders bemerkenswert an dieser Korrespondenz ist die Schizophrenie der unterschiedlichen Erlebniswelten des Paares: Hier der Soldaten, der an der unmenschlichen Ostfront die wahre Hölle durchlebt und dort die Schilderungen seiner Verlobten aus der Heimat, die beim Pferderennen Wetten abgibt, in den Urlaub fährt und ihm auch noch Vorhaltungen macht, er würde sie vernachlässigen und sie habe das Gefühl, dass sie sich auseinanderleben würden [!].

- Rudolf K., ursprünglich aus dem Rheinland (Solingen) stammend - Feldpostnummer 17857 / Briefstempel „Kraftfahr-Ersatzabteilung 8“ / Fahrer auf einem Sanitätswagen
- Friedl G., ursprünglich aus München – „Herzepüppchen“, wohnhaft in Berlin, Florastr. 88/89 (bei Guyot), Stellung als Sekretärin in Berlin bei Gödecke

1940
- 22.08-40: Telegramm vom Schlesischen Bahnhof Richtung Front / Telegramm verso mit Werbung der Dresdner Bank
- 25.08: von Köln nach Holland (Maastricht) / “Die ersten Verwüstungen haben wir in Augenschein genommen, wir waren sehr davon beeindruckt. Obwohl ich hier sehr gut bekannte Holländer sitzen habe, auch die Zeit zu einem Besuch, ich habe mich nicht hingetraut.“
- 27.08: in Frankreich [wohl Metz] angekommen
- 28.08: Kaffeehaus als Quartier mit 3 Soldaten bezogen / zu Anfang gute Versorgungslage: „den besten Wein können wir in rauhen Mengen genießen“ / berichtet von „schrecklichen Plünderungen“ in den Häusern / Empathie für den Feind: „Natürlich nehmen wir uns mit all den Sachen sehr in acht, weiß ich ja noch zu gut, was eine Besatzung [spielt wohl auf die Besetzung des Rheinlandes nach dem 1. Weltkrieg durch die Alliierten an] für die Bevölkerung bedeutet.“
- 28.08: Engländer überfliegen Frankreich für Angriffe auf Deutschland / Soldat hat den Fuhrpark zu bewachen
- 08.09: Berichtet von Lebensmittelknappheit / Im Ort unternähmen die Engländer „die letzten Rückzugsversuche“
- {10.09: Frau berichtet von englischen Fliegerangriffen auf Berlin}
- 29.09: Beschreibt seine erotischen Sehnsüchte und versichert ihr, den Verlockungen nicht erlegen zu sein: „Diesen schönen reinen Kampf haben wir zu unserer Freude bestanden und gesiegt. Hier in Frankreich gibt es eine Menge Freudenhäuser und es ist einfach unglaublich, was sich hier die holde Weiblichkeit leistet, das ist ja für Frankreich charakteristisch, aber auch sein Untergang“
1941
- {08.03-41: Frau: „Wie grausam ist doch der Krieg, wenn er ins Land [bezieht sich auf die Frankreich-Schilderung des Mannes] getragen wird}
- 01.04: Zur Unterkunft / Kaserne in Metz: „Schweine können nicht schlechter untergebracht sein“ – keine Betten, schlafen auf dem Boden
- {08.04: Frau spekuliert über eine mögliche Verlegung des Mannes: „Oh Gott, vor dem Balkan graust (sic!) mir, das ist nicht besser als Polen, nein viel heimtückischer, Landschaft und Feind. Wenn Du doch bloss in Frankreich bleiben könntest.“}
- 14.04: spekuliert über baldiges Ende des Ringens auf dem Balkan und über ein siegreiches Ende des Krieges / hört im Radio Parzival / zur Unterbringung in Metz: „liegen wir auf dem Boden mit 38 Mann in einer Stube“
- 18.04: Spekulationen über den Kriegsverlauf und möglichen Einsatzort: „Nach den Parolen, die hier umher gehen, bleiben wir noch einige Zeit, der Krieg im Balkan ist bald zu Ende, so glaube ich nicht, daß wir da noch in Frage kommen, es bleibt danach noch der Endkampf gegen die Insel [gemeint ist England] und man glaubt nun, daß wir da eingesetzt werden“ / „Es ist hier an Truppen alles überfüllt, ich möchte nur wissen, wohin man mit all dem Militär will. Wir können den Krieg militärisch nie verlieren und ich glaube schon, daß es noch in diesem Jahre zum Schluss kommt.“
- 26.04: Verlegung und Abmarsch „noch heute Nacht“
- {27.04: Frau hört „Wunschkonzert“ / sah in Berlin „so viele Soldatenzüge, auch viele Lastwagen, nach dem Osten durchfahren, […], daß ich manchmal Angst habe, du kommst auch nach Russland, denn dort werden bestimmt viel Kraftfahrer gebraucht. Ich könnte mir aber denken, dass es dort noch einfacher, also weniger gefährlich bleibt als gegen die Insel“ / über die Bombenangriffe auf Berlin: „in Pankow ist es die letzten Male nicht so doll gewesen. Dagegen ist jetzt im Westen immer viel los: Die Kantstraße bei den Ausstellunghallen kriegt immer was ab. Neulich auch der Kaiserdamm. Da fiel zum erstenmal eine neuartige Bombe, so eine Art Luftmine, die einen so starken Luftdruck beim Explodieren geben, dass die Fensterscheiben im Umkreis von 200 m kaputt gehen. Anscheinend amerikanisches Produkt.“}
- 10.05: Erotischer Brief: Mann erinnert an das Kennenlernen vor 5 Jahren (Gewitter am Bismarckturm und Umgebung (Nikolasee / Berlin)), die erste Nacht, äußert den Wunsch, ein Kind mit der Frau zu bekommen: „Ich hab eine Stimmung, die mich bewegen würde, beim nächsten Urlaub, Dir so gut zu sein, daß wir im nächsten Jahre nicht mehr alleine wären.“
- {12.05 Frau berichtet: „Eine lange übersehene u. übergangene erotische Ader ist in mir geplatzt, aber seltsamerweise ist es eine nur seelische Erotik, die mich erfasst hat, ganz und gar keine andere“}
- {14.05 Frau rätselt über Aufenthaltsort des Mannes, tippt aufgrund der geringen Laufzeit der Briefe von 2 Tagen auf den westlichen Osten }
- 14.05 Soldat bezeichnet sich als „neuerdings sehr gut bewaffnet“ / „Wir wissen genau, daß es nicht leicht werden wird, schon aus dem Grunde, weil Russland das Rote Kreuz nicht achten wird, das Land war ja auch nicht in Genf dabei, als die internationalen Abmachungen zustande kamen.“
- 19.05 Zur Sexualmoral in der Truppe: „Bei den Soldaten kann ich sowas schon empfinden, wenn man so oft erlebt, wie fast alle große Schürzenjäger sind und jede Gelegenheit wahrnehmen, die sich nur bietet, da wird selbst nach dem Alter nicht gefragt, jedes weibliche Wesen ist begehrt, daß einem oft der Verstand still stehen möchte, dabei glauben die Leute, mit ihrer Frau und Familie zu Hause glücklich zu sein. Man darf die Leute nicht mal auf ihre Pflichten aufmerksam machen, da eckt man gleich an. Nun, mir kann das egal sein, ich hab mein klein Frauchen“
- {25.05 Frau antwortet auf Brief vom 19.05: „Ich hoffe auch, daß du die anderen Geschmacklosigkeiten [Besuch von Freudenhäusern] deiner Kameraden nicht mitmachst“ / „Oder du mußt wenigstens soviel Vertrauen zu mir haben, offen u. ehrlich mir das einzugestehen, das ist noch 10mal besser als verschweigen.}
- {28.05: Frau: „Ich bin ganz erschüttert über das Schicksal unserer „Bismarck“. Einer den anderen – wozu?“}
- 28.05: Anspielung auf das bevorstehende Unternehmen Barbarossa / Russland-Feldzug: „Die Spannung ist dieselbe als 1940 um die gleiche Zeit und wer weiß ob in den jetzigen Tagen nicht wieder eine große Sache gestartet wird?“
- 27.06: Erste Erlebnisberichte vom „Großen Kampf“ (Russland-Feldzug), der 5 Tage vorher begann - „furchtbare Grauen und Schrecken“
- 04.07: Suwalki-Gebiet (Suwalken) – Russen in Sichtweite, danach in Grodnow / Bericht über heftige Kämpfe – „viele Verluste auf beiden Seiten / große Panzerschlacht / einmal von russischen Panzern eingekesselt / „schwerster Abschnitt der ganzen Front“ / „es geht nun weiter auf Minsk“ / Russen im Kessel eingeschlossen – „400.000 an der Zahl, alles halbe Chinesen“.
- 14.07: Soldat hat seit dem 30. März kein richtiges Bett gesehen / Probleme mit Parasiten: „Flöhe, die so groß sind wie Kaffeebohnen“
- 19.07: liegt immer noch in Smolensk, „auf dem Weg nach Moskau“ / „Unser Weg ging bisher: Suwalken – Grodno – Lida – Lepel – Smolensk“ (s.u. Karte)
- 14.08: Schizophrenie der unterschiedlichen Welten Front / Heimat: „In den Tagen schwersten Ringens in der großen Schlacht um Smolensk, die ich auch vom ersten Tage ganz vorne miterlebte, hast du wohl bei hoffentlich gutem Wetter deinen Urlaub angetreten.“
- {12.09: Frau arbeitet in Berlin bei Gödecke / macht dem Soldaten Vorhaltungen: „und so lebt man doch sehr auseinander“ / „Du bist ein ganz ein Wurschtiger, scheint mir“}
- {16.09: Frau war im Hoppegarten zum 5. Großen Preis, den „ein fabelhaftes italienisches Pferd gewann“ / hat „eine Einlaufwette gewagt“}
- 12.09: „in der Luft rege Tätigkeit von Seiten der Russen“ – fast täglich Tiefangriffe / „Wenn man so das große Land mit seinen unheimlich großen ausgedehnten Flächen sieht, so wird einem klar, was es für große Anstrengungen kostet, dieses große Land mit seinem großen Menschenmaterial zu besiegen. Wenn die Russen bei Angriffen mal tausend Tote zu beklagen haben, so sind der nächsten Stunde doppelt so viel neue Truppen da.“
- 20.09: „Es muss bald der Kampf hier in Russland zu Ende sein, sonst macht uns die Witterung noch richtig viel zu schaffen. Der ewige kalte Regen macht die Soldaten mürbe.“.
- 01.10: „Hoffentlich werden wir nicht auch noch dazu verdonnert, den Winter hier zu verbringen.“ / Soldat gehört der Hakenkreuz-Division (?) an / Zum Gefreiten ernannt
- 07.10-Poststempel: Bezug auf ihren Brief vom 12.09 – Ihre Vorhaltungen kann er nicht verstehen.
- 12.10: „In den letzten Tagen sind wir mächtig vorgestoßen und haben einen Kessel bei Wjasma gebildet“ / hoher Menschen- u. Materialverlust bei den Russen
- 24.10: „am 02.10 begann hier die große Offensive bei Wjasma“ / „Tausende Leichen und Material aller Art lag herum“ / „Tausende Verwundete sind dann in der Nacht erfroren“ / „Im Augenblick liegen wir weit hinter Wjasma und Moskau liegt vor uns.“
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- 14.11: „In Wilna [Vilnius / Litauen] gelandet“ / „Als Lohn sollen wir nun nach Süd-Frankreich gebracht werden und sollen uns da erholen.“ / Verlegung an die Französisch-Schweizer Grenze – Ahnungslosigkeit der Soldaten über Kriegsverlauf: „ob das nun Erholung sein wird oder ist was mit der Schweiz los?“
1942
- 14.09-42: im Lazarett in Hagenau (Els, Elsass, heute Haguenau) mit Schenkelbruch / Frau zur Familie nach Eberschwang-Oberdonau [Österreich, damals Gau Oberdonau] gefahren
- 18.09: Im Lazarett liegt er in einem Saal zusammen mit 16 Mann / Anspielung auf Mentalitäts-Unterschiede von Rheinländern und Bayern
- 20.09: Frau hat ihn in Weißenbg besucht / Ers. Truppenteil soll nach Schlesien kommen
- 24.09: Soldat bis 10.01-43 aus gesundheitlichen Gründen von der Front freigestellt / erkundigt sich über Kursus zum Feuerwerker / kritisiert fehlenden Kampfgeist in der Truppe: „Weißt du, wenn ich dich nicht hätte, wäre ich längst wieder an der Front, denn wenn man das sieht, wie sich bei allen Ersatzeinheiten die Lanzer herum drücken um nur nicht an die Front zu müssen, dann gehen einem die Augen über, das kann viel bei Uffz. und höheren Leuten feststellen.“
- 26.09-42: Letzter Brief (aus dem Lazarett)

Nachtrag:
Der Soldat heiratete seine Friedl im Jahre 1949 und zog mit ihr nach Solingen, wo er als Unternehmer arbeitete.

Die Briefe sind durchgehend in sehr gut leserlicher Schreibschrift (nicht Sütterlin oder Kurrentschrift) verfasst - s.u. Beispielseite, einige Briefe der Frau sogar mit der Maschine geschrieben.

Kriegsbriefe Feldpost Smolensk / Berlin - Unternehmen Barbarossa (1940-42)


Beispielseite für die gut leserliche Handschrift des Soldaten / Brief vom 27. Juni 41, 5 Tage nach Beginn des Unternehmens Barbarossa:

Kriegsbriefe Feldpost Smolensk / Berlin - Unternehmen Barbarossa (1940-42)


Karte (Zeitungsausschnitt) der Ostfront mit von Hand eingezeichnetem Verlauf des Vormarschs nach Smolensk:

Kriegsbriefe Feldpost Smolensk / Berlin - Unternehmen Barbarossa (1940-42)

Zustandsbeschreibung:
Briefe leicht gebräunt, tlw. stärker angeschmutzt u. fleckig, einige wenige ohne Umschlag, ansonsten altersgemäß gute Erhaltung. (Vorschaubilder zu dem Konvolut gerne auf Nachfrage)

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