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Sronkova, Olga: Die Mode der gotischen Frau

Dies ist ein second-hand Artikel

  Sronkova, Olga: Die Mode der gotischen Frau.
  Preis: 21,95 €

Gebraucht, Befriedigender Zustand,
Hardcover, 250 S.
Artia, 1954
ISBN: o.A.
Lieferbarkeit: vergriffen

Land: Tschech. Rep.; Epoche: Mittelalter
Lieferzeit: 3-5 Tage

Sokrates-Verkaufsrang: 20981

Aus der Einleitung:
Daß das Wort »Mode« aus dem lateinischen »modus» (Art) entstanden ist, kann jeder Leser rasch im Lexikon feststellen. Die gleiche Quelle kann ihn darüber aufklären, daß dieses Wort seine eigentliche, moderne Bedeutung, die den Wandel der Kleidung bezeichnet, erst im Frankreich des 15. Jahrhunderts erhielt.
Warum dies aber gerade im 15. Jahrhundert war, darüber schweigt das Lexikon. Tatsächlich ist jedoch gerade dieser Umstand entscheidend. Erst in diesem Jahrhundert nämlich nimmt die Veränderlichkeit der höfischen und städtischen Mode ein anderes Tempo an als die Arbeitskleidung des Volks, die zu dieser Zeit ihre eigentliche Form erhält und sich von diesem Jahrhundert an nur unbedeutend ändert.
Wenn auch der moderne Begriff der Mode erst im 15. Jahrhundert entstand, kann natürlich nicht behauptet werden, daß die Kleidung vorher keiner Änderung unterlag und daß es also keine Mode gegeben hat. »Denn die Mode ist die Tochter des mannigfaltigen Geistes jedes zivilisierten Volkes und macht das Schicksal aller anderen menschlichen Wandlungen mit.« (Dieser Ausspruch stammt von einem venezianischen Senator aus dem 14. Jahrhundert.)
Unser Buch macht es sich zur Aufgabe, auf die Wandlungen der mittelalterlichen böhmischen Frauenkleidung aufmerksam zu machen. Unser Hauptaugenmerk ist auf die Entwicklung der weiblichen Kleidung in Böhmen im 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts gerichtet, als dieses Land sich in politischer Beziehung im Brennpunkt der europäischen Geschichte befand und die Tschechen auch auf dem Gebiet der gesellschaftlichen Entwicklung eine führende Stellung unter den europäischen Völkern einnahmen.
Im Zusammenhang mit diesem allgemeinen Aufblühen bringt es auch die tschechische Mode zu bemerkenswerter Vollkommenheit und wird für ganz Europa zum Vorbild.
Der Einfluß der tschechischen Mode macht sich zu Beginn auf philologischem Gebiet bemerkbar. Das slawische Wort »sukne« (sprich suknje) wurde nach Zibrt bald in ganz West- und Nordeuropa heimisch.
Die Belege über den Einfluß der tschechischen Mode nehmen im Verlauf des 14. Jahrhunderts an Zahl immer mehr zu. So wissen wir, daß die böhmische Prinzessin Anna, die Gattin Richards II., die höfische Mode Karls IV. im Jahre 1382 nach England brachte, weiter dann können wir annehmen, daß die berühmten Erzeugnisse der Prager Schneider, kurze wattierte Männerwämse, die man um das Jahr 1360 zu tragen begann, auf Bestellung ins Ausland verkauft wurden.
Ebenso interessant ist die Verbreitung der »böhmischen Kogeln«, einer Hutart, die zur Zeit der Herrschaf Wenzels IV. gegen Ende des 14. Jahrhunderts in Böhmen entstand und sich über ganz Mitteleuropa verbreitete.
In groben Umrissen handelt es sich um eine Zeitspanne von ungefähr 100 Jahren vom ersten Viertel des 14. Jahrhunderts bis zum ersten Viertel des 15. Jahrhunderts, in der sich die tschechische Mode völlig gesetzmäßig entwickelt und in logischem Vorgang neue Typen schafft, die in ihrer Vollendung sowohl das damalige Frankreich, als auch Italien überflügeln. [...]

Zustandsbeschreibung:
OLn. mit OU., dieser berieben, eingerissen u. angeschmutzt, Besitzervermerk u. -stempel auf Schmutztitel u. Innendeckel, Seiten leicht gebräunt, ansonsten gute Erhaltung.

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