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Bohny, Niklaus: Bilder-Lautirbuch

Dies ist ein second-hand Artikel

  Bohny, Niklaus: Bilder-Lautirbuch. Eine Anleitung kleine Kinder auf eine leichte ...
  Preis: 4,95 €

Gebraucht, Guter Zustand,
Hardcover, 22 S.
J.F. Schreiber, [1980]
ISBN: 3-480-14065-3
Lieferbarkeit: vergriffen

Land: Schweiz; Epoche: Industrialis.
Lieferzeit: 3-5 Tage

Sokrates-Verkaufsrang: 7111

Klappentext:
Der in Basel sein ganzes Leben als Lehrer tätige Schweizer Nilklaus Bohny (1815—1856) gehört zu den interessantesten Entdeckungen der Pädagogik unserer Tage.
Besonders seine 1847 bei J. F. Schreiber erschienene, auf den Grundsätzen Johann Heinrich Pestalozzis (1746—1827) beruhende Mengenlehre „Neues Bilderbuch. Anleitung zum Anschauen, Denken, Rechnen und Sprechen für Kinder von 2 1/2 bis 7 Jahren, zum Gebrauche in Familien, Kleinkinderschulen, Taubstummen-Anst. und auf der ersten Stufe des Elementarunterrichts" (als Reprint im gleichen Verlag erhältlich) erlebte eine Vielzahl von Auflagen sowohl in deutscher als auch in allen anderen wichtigen europäischen Sprachen.
Ein weiteres, vom pädagogisch - didaktischen Standpunkt aus betrachtet, besonders gelungenes Werk ist das aus der Feder Bohnys stammende „Bilder-Lautirbuch", das ebenfalls in der lithographischen Anstalt von J. F. Schreiber hergestellt und 1849 veröffentlicht wurde.
Es belegt auf eine hervorragende Weise die Fähigkeit Bohnys, auf die kindlichen Bedürfnisse seiner Schüler einzugehen, ohne allzu dosierend zu wirken, sondern das zu Erlernende auf spielerische Art zu vermitteln.
Besonders bemerkenswert erscheint dabei die Verbindung von Bild und Text, die genau aufeinander abgestimmt ist und es dem Kind erleichtert, gleichzeitig lesen und schreiben zu lernen.
Von der Geschichte der Pädagogik aus beurteilt, gewinnt das Lehrbuch an Bedeutung, da es die Lautiermethode in einer optimalen Form vorführt, die neben Neuerungen in kalligraphischer Hinsicht (Bohny wandte eine „Elementarschrift" an, welche die Kinder sich besser merken und schreiben konnten) das Sinnlautverfahren mit der Lautverschmelzung koppelte.
Um diese Methode erläutern zu können, soll im Folgenden kurz auf die Geschichte der Leselernmethoden und die Stellung Bohnys auf diesem Gebiet eingegangen und an einem Beispiel erläutert werden:
Verschiedene Epochen haben zwei voneinander abweichende Grundmethoden des Lesenlernens hervorgebracht. Die eine beruht auf synthetischen Grundlagen und unterscheidet zwei Verfahren: die Buchstabiermethode und Lautiermethode.
Das andere Vorgehen beruht auf ganzheitlichen Leselernmethoden. Bis heute konnte noch nicht geklärt werden, welche Form eigentlich besten Erfolg garantiere; erbitterter Streit unter den Fachgelehrten um die richtige Methode und deren praktische Anwendung hat nie aufgehört.
Im Fall Bohnys müssen wir uns der ganzheitlichen Leselemmethode zuwenden, die er mit dem Element der synthetischen Grundlage - der Lautiermethode — zu verknüpfen wußte.
Die Ganzheitsmethode wurde von dem französischen Lesemethodiker J.J.Jacotot (1818) eingeleitet und 1846 von dem Breslauer Gymnasiallehrer K. Seltzsam aufgegriffen. Wie Bohny stellte dieser das Lautieren an den Beginn seiner Leseübungen.
Das Besondere bei Bohny ist die Parallelität verschiedener Leineinheiten: der zentrale Ausgangspunkt ist zunächst die Anschauung des Begriffs, der im Bild vorgestellt wird.
So zeigt das Beispiel auf Bild 7 vier Tabak rauchende Männer und eine Bedienung in einer Gaststube.
Das Bild der Tabakraucher soll das Kind an die Geräusche erinnern, die beim Rauchen entstehen. Sie werden als die Laute „b" und „p" definiert. Über der Szene erscheinen dann die beiden Buchstaben der beschriebenen Laute. Sie werden als kleine, grafisch einfach gestaltete und senkrecht stehende Zeichen versinnbildlicht.
Jeder Laut wird noch dadurch charakterisiert, daß entweder der Entstehungsort des Lautes genannt wird („Lippenschluß", „Lippenschlag") oder bestimmte Eigenschaften des Lautes herangezogen werden („Schnurrklang", „Hetzlaut").
Damit sich das Kind den Laut besser merken kann, wird er, dem Bild entsprechend, inhaltlich mit einem Namen belegt (für „b" und „p" z. B. der Begriff „Raucher").
Die Unterschrift bezieht sich auf die im Bild dargestellte Tätigkeit, welche zum Laut überleitet und auf die Erzeugung des Lautes hinweist. („Das Kind schließt sanft die Lippen, öffnet sie wieder und macht b, b, b (nicht be) stark p', p', p' (nicht pe) denn man soll kein e hören".) An diesem Beispiel wird klar, daß Niklaus Bohny kein Anhänger der Buchstabiermethode war.
Was uns heute an diesem Buch so fasziniert, ist das spielerische Element des Lernens, das zum Ausdruck kommt und unserer heutigen pädagogischen Aulfassung voll und ganz entspricht.
Mit wieviel Sorgfalt wurden die szenischen Darstellungen ausgesucht, welche dem Kind möglichst von der Wirklichkeit her vertraut erschienen, es mit seiner Umgebung bildlich konfrontierten und gleichzeitig, quasi als Nebeneffekt, durch den gewählten Darstellungsinhalt erzieherisch beeinflußten. (So sieht man die bürgerliche Familie unterm Weihnachtsbaum, die Mutter mit erhobenem Zeigefinger ihre ungeschickte Tochter tadelnd oder die Mutter und das artige Kind im Garten.)
Daß dem Verfasser auch der Humor nicht fremd war, zeigen die Beispiele der Laute Z („Der Nieser") oder des ch („Der laute Schnarcher"), wo zwei in der Schenke am Tisch eingeschlafene und schnarchende Gäste zu sehen sind.
Der biedermeierliche Realismus, in dem die Illustrationen stilistisch gehalten sind, gibt uns heute die Möglichkeit, diese beschauliche Kunstform auch in diesem für die damalige Zeit so wichtigen Genre des Bilderbuches für Kinder kennenzulernen und durch den Darstellungsinhalt etwas vom Leben dieser vergangenen Epoche unserer Vorväter zu erfahren.
Gegenüber der Originalausgabe unterscheidet sich unser Reprint dadurch, daß wir den selbst für Spezialisten nur schwer verständlichen zweiten Teil weggelassen haben.
Dr. Helmut Herbst

ISBN 3480140653 (JFS) • ISBN 3-215-04200-2 (ÖBV)

Eine Anleitung kleine Kinder auf eine leichte und naturgemäße Art lesen und schreiben zu lehren. Zum Gebrauche in Familien und Kleinkinderschulen und auf der ersten Stufe des Elementarunterrichts. Nachdruck d. Ausgabe von 1849.

Zustandsbeschreibung:
OPb., Einband leicht angeschmutzt, ansonsten gute Erhaltung. Text in altdeutscher Frakturschrift.

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